Ankündigung am 10.10.2019

Fußballtag in Linden

+++ Tourette-Kranke laden ein zu Fußballfest +++ Life Ticcer e.V. als Organisator +++

 

Zum wiederholten Male veranstaltet der Verein Life Ticcer e.V. am Samstag, 12.10.2019 ein Fußballturnier. Das Turnier hat den Ursprung im Rahmen des jährlich stattfindenden Tourette-Camps bei dem sich Betroffene aus ganz Deutschland in der Jugendherberge Freusburg in Kirchen/Sieg treffen. Seit dem letzten Jahr findet das Turnier abgespaltet vom Camp in der Soccerhalle in Linden statt.

Die Turnierleitung übernehmen erneut die Gießen Skyliners, die auch hier auf dem Aufmacherfoto mit dem letztjährigen Geschenk an alle Teilnehmer zu sehen sind. Sie nehmen zusätzlich auch am Turnier teil.

Dazu kommen die Bunte Liga-Kollegen von Lazio Koma. Sie sind das einzige noch aktive Gründungsmitglied aus der Gießener Freizeitliga, die sich gegen Rassismus, Antisemtitismus, Homophobie und Sexismus einsetzt.

Einen weiteren Beitrag zu einem vielfältigen Miteinander leisten die ID-Auswahl des TSV Klein-Linden, trainiert von TSV-Spieler Ruben Ebenig sowie das Team United von Teutonia Köppern aus dem Vordertaunus. Team United ist ein inklusives Team, das aus intellektuell beeinträchtigten und nicht-beeinträchtigten Spielern besteht. Als Trainer wird das Team angeführt von ID-Landestrainer Bruno Pasqualotto (Ex-Profi von Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund). Komplettiert werden die Gäste von zwei Auswahlen, bestehend aus Frauen und Kindern, vom FSV Rot-West Gießen. Das Team aus der Gießener Weststadt, das ebenfalls in der Bunten Liga unterwegs ist, beabsichtigt ab der Saison 2020/2021 in der Kreisliga C Gießen an den Start zu gehen. Die Hauptpersonen bei diesem Turnier sind aber die ca. 20 Tourette-Betroffenen und ihre Angehörigen. Auch sie bilden zwei Teams im Teilnehmerfeld.

Bei diesem Turnier geht es nicht ums gewinnen oder verlieren. Alle wollen ein entspanntes und friedvolles Miteinander erleben.

 


 

Berichterstattung vom 14.10.2019

 

Fußball verbindet Menschen

+++ LifeTiccer e.V. organisiert erneut Turnier +++ Kinder triumphieren +++

 

Zwei Mannschaften aus der Bunten Liga Gießen, ein Team aus der Hessenliga Fußball-ID und ein Inklusionsteam, dazu eine Kindertruppe und eine Frauenmannschaft sowie zwei komplett gemischte Teams mit dem Tourette-Syndrom. Eine Mischung, die man sonst lange suchen muss. Wir sind beim jährlichen Turnier des LifeTiccer e.V. gelandet. Fabiene Wengert aus Wetzlar, die vor einigen Jahren am Tourette-Syndrom erkrankte, gründete diesen Verein um Betroffene und Angehörige zu beraten und Tics und Tourette in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Außerdem werden verschiedene Veranstaltungen wie ein solches Turnier oder das ebenfalls jährliche Tourette-Camp ausgerichtet. Auch Vorträge in Schulen und Universitäten gehören dazu.

Im Rahmen des LifeTiccer-Fußballturniers trafen sich also die bereits erwähnten bunt gemischten Teams um zusammen ein faires Miteinander zu erleben und beim Fußball zu zelebrieren. Ein Team, das in diesem Jahr zum ersten Mal dabei war, ist das Team United von Teutonia Köppern. Unter dem Motto: „Wir kicken gemeinsam" vereinen sich hier Menschen mit und ohne Handicap und sind unter anderem auch in der inklusiven Liga des Hessischen Behinderten- und Rehabilitationssportbunds unterwegs. Das Team von Trainer Bruno Pasqualotto spielte rein fuballerisch eine gute Rolle in diesem Turnier und konnte als Tabellenzweiter, hinter dem nicht-beeinträchtigten Team Lazio Koma, das Halbfinale erreichen und musste sich dort den Gießen Skyliners erst im Achtmeterschießen geschlagen geben. Die Skyliners, die neben ihrer Teilnahme auch die Turnierleitung übernahmen, spielten als das zweite nicht-beeinträchtigte Team zwar grundsätzlich routiniert, doch das eine oder andere Mal wurde es im Spielverlauf auch schonmal knapp als man die zumeist unterlegenen Teams gegen Ende eines Spiels nochmal herankommen ließ. Das international besetzte Team aus zwei Deutschen, einem Eritreer, einem Afghaner und einem Syrer bekam es unter anderem mit der Kindermannschaft des FSV Rot-West Gießen zu tun. Und da man es, nach Absprache, zuließ, dass die Kinder in voller Kaderstärke gegen die fünf Skyliners antreten durften, wurde es diesen doch sehr schwer gemacht, ein gelingendes Passspiel zu kreieren und zum Torerfolg zu kommen. So gewannen die Kinder aus dem Gießener Westen dann auch das Gruppenspiel mit 11:2. LifeTiccer-Vorstandsmitglied und Mutter der Gründerin, Susen Wengert zeigte sich begeistert: „Wie die Skyliners in diesen Spielen die ganze Zeit am grinsen sind und Spaß haben, ist herrlich anzusehen."

Zwei Lazio-Spieler mit Schiri Peter Wengert, Foto: Christian Diebel

Die beiden Teams Hyperticcer und Gummibärenbande, die aus Tourette-Betroffenen und ihren Angehörigen und Freunden bestanden, waren wieder in großer Stärke erschienen und hatten 18 Spieler dabei. Die beiden LifeTiccer-Mannschaften und ihre Begleiter waren während des Wochenendes in der Jugendherberge Wetzlar untergebracht und verbrachten dort ein paar schöne Tage. Aus diesem Umfeld stammten auch die Schiedsrichter. Vereinsvorstand und Vater der Gründerin Peter Wengert sowie ein Freund ihres Bruders, Denis Litvinov. Als im Halbfinale einer der Schiedsrichter fehlte, übernahm der Trainer des TSV Klein-Linden Stephan Wasserfuhr die Pfeife. Wasserfuhr war bereits beim allerersten Turnier als Lehrer der Martin-Buber Schule für geistige Entwicklung als Betreuer dabei. Da die MBS mit dem TSV zusammenarbeitet, ist Wasserfuhr in diese Position gekommen. Unter welchem Namen das Team aber bei diesem Turnier antritt, macht, wie die Erfahrung zeigt, für den Turnierverlauf keinen Unterschied. Ebenfalls bei diesem Turnier dabei, war das zweite Team vom FSV Rot-West, nämlich die Damenmannschaft. Den Frauen, die bereits in der Bunten Liga Gießen unterwegs sind, sieht man deutlich ihren Spaß am Fußball an. Auch wenn man den Gegnern oft unterlegen ist, ändert das nichts an der guten Stimmung im Team. Dieses besteht zu großen Teilen aus den Müttern des Kinderteams.

In den 18 Spielen dieses Turniers fielen 195 Tore. Dabei trennten sich die Rot-West-Kinder beispielsweise vom TSV Klein-Linden mit 7:7, dieser widerum schlug das Team Gummibärenbande mit 7:6. Ein spannendes Spiel um Platz 5 lieferten sich die Linnesser mit dem Team Hyperticcer. Das Spiel ging hin und her. Der TSV führte mit 5:3 doch das LifeTiccer-Team konnte mit dem Abpfiff das entscheidende 6:5 zu seinen Gunsten erzielen.

Nachdem es nach dem Spiel zwischen Lazio Koma und den Rot-West-Kids Unklarheiten bzgl. des Ergebnisses gab, entschied sich Lazio dazu, auf den Finaleinzug zu verzichten. Wahrscheinlich die Geste des Turniers. Damit zog Rot-West ins Finale ein. Hier traf man wieder auf die Gießen Skyliners. Das Spiel lief ähnlich wie in der Vorrunde und die Kinder konnten sogar noch ein Tor drauflegen und gewannen das Finale mit 12:2. Absolut berechtigt hieß es deshalb auch immer wieder aus den Kehlen der Kinder und Frauen: „Wer sind die Besten? Die Roten aus dem Westen."